Blühflächen

Kornblumen auf der Blühwiese
Kornblumen auf der Blühwiese

Um die Nahrungsgrundlagen für Honig- und Wildbienen zu verbessern, wurden in Zusammenarbeit mit der Hochschule und dem Osnabrücker ServiceBetrieb auf geeigneten städtischen Flächen seit 2011 mehrere Blühflächen aus heimischen Wildpflanzen angelegt.

Lage

Größe

Stadtteil

Flächenpool Pye

450 qm

OS-Pye

Oldenburger Landstraße

500 qm

OS-Haste

Im Hone

500 qm

OS-Haste

Im Hone

15.000 qm

OS-Haste

Halterbergsfeld

400 qm

OS-Darum

Von-Bodelschwingh-Str.

2.350 qm

OS-Dodesheide

Erzbergerstraße

1.000 qm

OS-Sonnenhügel

Lotter Kirchweg

800 qm

OS-Weststadt

südl. Rubbenbruch

31.000 qm

OS-Hellern

Gartlager Weg

50.000 qm

OS-Schinkel

Tiefen Siek

1.200 qm

OS-Lüstringen

Hömmelkenbrinkweg

900 qm

OS-Lüstringen

Blühfläche Rote Lichtnelke, Foto: Stadt Osnabrück
Blühfläche Rote Lichtnelke, Foto: Stadt Osnabrück

Artenreiche Wiesen und Krautsäume sind in intensiv genutzten Kulturlandschaften selten geworden. Da die Wiederansiedlung lebensraumtypischer Arten auf Wiesen, Weiden, Säumen oder öffentlichen Grünflächen oft durch das Fehlen von entsprechender Samen im Boden sowie begrenzter Ausbreitungsmöglichkeiten begrenzt, müssen die Arten für eine Wiederansiedelung aktiv eingebracht werden.

Die Arbeitsgruppe Vegetationsökologie und Botanik der Hochschule Osnabrück verfügt durch das Forschungsprojekt „ProSaum“ (Laufzeit: 2010-2014) über umfangreiche Erfahrungen in Bezug auf die Anlage und Pflege blütenreicher Säume und Feldraine im nordwestdeutschen Raum. Basierend auf den Erfahrungen des Forschungsprojekts wurden im Herbst 2014 und im Frühjahr 2015 auf mehreren städtischen Grünflächen in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker ServiceBetrieb artenreiche, standortangepasste Mischungen aus gebietseigenem Saatgut ausgebracht. Die Mischungen bestehen aus ca. 40 verschiedenen naturraumtypischen Wildpflanzenarten, darunter überwiegend mehrjährige Kräuter (z.B. Margerite, Witwenblume, Wilde Möhre) und einigen konkurrenzschwächeren Gräsern. Die Mischungen beinhalten ein breites Spektrum Pflanzenfamilien (z.B. Korblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Glockenblütler) und bieten somit ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot.

In der Stadt wurden seit 2011 einschließlich der ProSaum-Versuchsflächen ein Dutzend neuer Blühflächen angelegt. Für den Spätsommer 2016 ist in Kooperation mit der Hochschule Osnabrück die Anlage weiterer Flächen geplant. Die Umsetzung erfolgt durch den Osnabrücker ServiceBetrieb.

An ausgewählten Standorten wurden in unmittelbarer Umgebung zu den Ansaatflächen Nisthilfen für Wildbienen aufgestellt, die bereits gut angenommen werden.

Bis Ende April ist der richtige Zeitpunkt, um im eigenen Garten große oder kleine Blühflächen für die kommenden Jahre anzulegen – bienenfreundlich wird es mit der „Osnabrücker Mischung“, die ausschließlich aus regionalem Saatgut besteht. Darauf weist das Osnabrücker BienenBündnis hin.

Vegetationskundler der Hochschule Osnabrück stellten die aus 41 Wildblumen und drei Grasarten bestehende, mehrjährige „Osnabrücker Mischung“ zusammen. Neben Klatschmohn, Kornblumen oder Lichtnelken finden sich Arten wie Flockenblumen, Rainfarn und Königskerzen in dieser Mischung wieder. Sie ist besonders gut für blütenbesuchende Insekten geeignet und trägt darüber hinaus dazu bei, selten gewordene heimische Wildpflanzen wieder in der Region zu verbreiten.

Die Artenvielfalt auf Wiesen und Wegrändern geht zurück. Dies gilt nicht nur in der freien Landschaft, auch in Dörfern und Städten gibt es immer weniger Tier- und Pflanzenarten. So kann auch der private Garten dazu beitragen, selten gewordene heimische Wildpflanzen wieder in der Region zu verbreiten und Lebensraum für blütenbesuchende Insekten zu schaffen. 

Wichtig für die erfolgreiche Aussaat ist eine gute Bodenvorbereitung. Das Saatgut sollte oberflächlich ausgebracht werden. Die ersten Wildblumen keimen dann nach circa zwei bis drei Wochen. In voller Blüte steht die Fläche dann im Folgejahr.

Zu beziehen ist diese Mischung in der Tourist Information Osnabrück und Osnabrücker Land, Bierstraße 22, 49074 Osnabrück.