Vögel in Osnabrück

Alle europäischen Vogelarten und somit alle im Stadtgebiet von Osnabrück wild lebenden Vogelarten stehen unter dem besonderen Schutz des Naturschutzrechts. Eine Teilmenge an Arten, beispielsweise Greifvögel, unterliegen sogar den strengen Schutzbestimmungen. Für alle gelten die Beeinträchtigungs-, Nachstellungs- und Tötungsverbote. Gleichzeitig dürfen ihre Lebensstätten weder beschädigt noch zerstört oder ihr Zugang verschlossen werden. Dies gilt auch für Brutplätze an oder in Gebäuden, wie sie besonders im urbanen Raum zum Beispiel von Schwalben oder Haussperlingen genutzt werden. Darüber hinaus dürfen Vögel während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten nicht erheblich gestört werden.

Bei einer gesamtstädtischen Brutvogelkartierung im Zeitraum von 2000 bis 2003 konnten etwa 100 Brutvogelarten mit sehr unterschiedlichem Verbreitungsmuster nachgewiesen werden. Mit flächendeckender Verbreitung und hohen Brutpaarzahlen konnten Anfang der 2000er Jahre Amsel, Buchfink, Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise nachgewiesen werden. Auf der anderen Seite kamen Uhu, Rotmilan, Steinkauz, Zwergtaucher, Wachtel, Wachtelkönig, Flussregenpfeifer und Feldschwirl nur punktuell und meist mit wenigen Exemplaren vor.

Steinkauz
Steinkauz

Im Jahr 2005 erschien der von der Stadt herausgegebene Brutvogelatlas der Stadt Osnabrück. Grundlage war die im Auftrag der Stadt Osnabrück flächendeckend und systematisch durchgeführten ornithologischen Bestandsaufnahmen im Gelände zwischen den Jahren 2000 und 2003. Das Vorkommen und die Verbreitung aller regelmäßig brütenden, etwa 100 Vogelarten in Osnabrück sind in farbigen Verbreitungskarten mit Häufigkeitsangaben dargestellt. Jeder Karte sind ein Artfoto und eine Beschreibung gegenübergestellt. Die Texte geben Auskunft über Verbreitung, Häufigkeit, Bestandsgröße, Lebensraum, Siedlungsdichte und Bestandsentwicklung sowie Gefährdung der Vogelart.

Die Erkenntnisse aus der Brutvogelkartierung liefern wesentliche Grundlagendaten für Fragestellungen in der Naturschutzarbeit. Sie stellen Informationen zur Beurteilung von Vorhaben und Eingriffen in Natur und Landschaft dar und dienen dazu, gebiets- und artenbezogene Grundlagen für Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen von Vogelarten und Lebensräumen abzuleiten.

Anfang der 2000er Jahre galt der Steinkauz in Niedersachsen gemäß der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“. Eine positive Entwicklung zeigte sich mit Veröffentlichung der Roten Liste Niedersachsen und Bremen aus dem Jahr 2015, in die der Steinkauz nur noch in der Kategorie „gefährdet“ eingestuft war. Dieser positive Trend spiegelt sich auch im Stadtgebiet von Osnabrück wider und bestätigt damit den Erfolg des Osnabrücker Steinkauzschutzprojektes.  

In Kooperation mit dem ehrenamtlichen Naturschützer Friedhelm Scheel und seiner AG-Naturschutzjugend der Arbeitsgemeinschaft Tecklenburger Land (ANTL) e.V. startete im Jahr 2004 das Steinkauzschutzprojekt der Stadt Osnabrück. Zu diesem Zeitpunkt konnte lediglich ein Steinkauz-Brutpaar im Stadtgebiet nachgewiesen werden. Bereits im ersten Jahr erfolgte die Installation von etwa 20 Niströhren auf geeigneten Privatgrundstücken. Im Jahr 2021 waren es bereits knapp 60 Röhren, die dem Steinkauz in Osnabrück einen Brutplatz zur Verfügung stellen. Auch heute noch geht die aktive Suche nach potenzielle Lebensräumen und passenden Niströhrenstandorten fortlaufend weiter.

Durch eine regelmäßige Kontrolle wird der Bruterfolg jährlich dokumentiert. Das Steinkauzbrutkataster ermöglicht es, die Vogelart bei Bauvorhaben und städtischen Planungen zu beachten sowie den Bestand zu schützen.

Im Jahr 2021 wurden bereits 35 Brutpaare gezählt.